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30 Minuten nur ich und mein Pilzrisotto.

  • Autorenbild: Debora Carlino
    Debora Carlino
  • 13. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Mai

Gestern hatten wir noch 500 g Pilze im Kühlschrank, die ich unbedingt vor unserer Reise in die Heimat verbrauchen wollte. Was passt da besser als ein Pilzrisotto?


Das hatte ich schon lange nicht mehr gemacht, weil es ein bisschen Zeit und Hingabe braucht, wenn es richtig cremig werden soll so wie nach dem Rezept meiner Mutter. Aber hey… warum nicht?


Gesagt, getan.


Was einige vielleicht nicht wissen: Ich brauche für ein Risotto à la Mamma ungefähr 30 Minuten, mal mehr, mal weniger je nach Rezept. Wichtig ist dabei eine niedrige Herdstufe und das schrittweise Hinzufügen der Flüssigkeit unter ständigem Rühren.


Also immer wieder ein Schluck Brühe, rühren, warten, rühren und wieder von vorn, bis die Flüssigkeit vollständig aufgenommen ist. Wie man sich vorstellen kann, bleibt dabei nicht viel Raum für anderes.

Pilzrisotto

Diesmal habe ich bewusst nichts nebenher laufen lassen. Keine Musik, kein Handy, kein Laptop, kein Film, kein Podcast, kein Telefonat. Und genau dabei ist mir aufgefallen, wie ungewohnt sich das anfühlt. Kein Konsum, keine ständige Beschäftigung der Gedanken, keine Ablenkung, nur dieses monotone Tun, das den Kopf mit der Zeit leiser werden lässt.


Ich habe das Rezept schon als junge Erwachsene gelernt. Damals war es selbstverständlich, einfach dazustehen und zu rühren. Nicht, weil es meditativ war, sondern weil es dazugehört hat. Heute wirkt genau das fast wie eine kleine Zumutung. 30 Minuten nur das. Und gleichzeitig wie ein Geschenk.


Wann war eigentlich das letzte Mal, dass ich bewusst nichts getan habe?


Nicht aus Erschöpfung oder Langeweile, sondern aus einer Entscheidung heraus.

Wann habe ich nicht automatisch nach dem Handy gegriffen, nach einem Buch, nach irgendetwas, das meine Gedanken füllt?


Dieses Pilzrisotto war stilles Genießen, kein großes Achtsamkeitsritual oder besonderer Moment.

Und vielleicht liegt genau darin etwas, das wir verloren haben. Diese ruhigen, monotonen Minuten, die nichts von uns wollen außer da zu sein.

Manchmal ist es ein Waldspaziergang ohne Ziel. Manchmal eine volle Badewanne, während ich einfach die Decke anstarre. Manchmal die frische Luft auf dem Balkon. Und manchmal eben ein Risotto, das volle Aufmerksamkeit verlangt und dafür Ruhe zurückgibt.


Mich interessiert:

Was ist euer Lieblingsmoment, in dem ihr nichts tut oder euch ganz bewusst nicht ablenkt?


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